Tipp 1:
Bei aller Euphorie sollten Musterhäuser durchaus kritisch betrachtet werden. Es lohnt sich oft Bekannte und Freunde zu fragen, welche Erfahrungen diese beim Hausbau gemacht haben und im Nachhinein anders machen würden.

Tipp 2:
Für interessierte Bauherren bieten Volkshochschulen und andere Bildungseinrichtungen Informationsreihen an. Fachlektüre ist ebenfalls empfehlenswert. Hier kann man sich zu Baustoffen, Bauweisen, Recht und Finanzierung informieren.

Tipp 3:
Der Grundstückspreis ist ein erheblicher Kostenfaktor. Neben dem Quadratmeterpreis sind Erschließungs- und Anschlusskosten zu beachten. Einige Kommunen belasten Hausbauer mit hohen Auflagen für den Straßenbau und das Abwassersystem. Auf dem Grundstück selbst kann ein privater Bauherr gewisse vorbereitende Arbeiten selbst durchführen.

Tipp 4.
Es ist empfehlenswert, die Bodenverhältnisse von Grundstücken in der Hanglage und in der Ebene zu prüfen. Umso sicherer kann geplant und ausgeführt werden. Die Beschaffenheit spielt bei der Erstellung des Fundaments sowie dem Kellerbau eine wichtige Rolle.

Tipp 5.
Der Bebauungsplan der Kommune sollte unbedingt eingesehen werden. Dieser gibt Aufschluss darüber, ob in der Wohngegend z.B. Wohnparks, Gewerbegebiete, Umgehungsstraßen oder Autobahnanschlüsse zukünftig geplant sind.

Tipp 6.
Vorher sollten die Bauordnungen der Kommunen bedacht werden, um Einsprüche des Bauamts ausschließen zu können. Spätere Änderungen führen in den meisten Fällen zu erheblichen Verzögerungen bei Hausbau.

Tipp 7.
Baunebenkosten (Notar-, Vermessungs- und Bauantragsgebühren etc.) betragen mit ungefähr 10 Prozent Anteil an den reinen Baukosten.

Tipp 8.
Wie groß muss die Wohnfläche sein? Worauf kann man verzichten? Was kann nachträglich noch ausgebaut bzw. erweitert werden? Einsparpotentiale ergeben sich bei großen Bädern, den Erker, bei Vorsprüngen, an Balkonen, bei Gauben oder bei Wintergärten.

Tipp 9.
Auf den richtigen Architekten, Bauleiter oder Bauträger kommt es besonders an. Bei der Wahl sollten sich Bauinteressierte eine Liste mit bereits errichteten Objekten übergeben lassen und am besten selbst bei Bauherren vorsprechen. Im Falle einer Insolvenz des Unternehmens können keine Gewährleistungsansprüche mehr gestellt werden.

Tipp 10.
Eine attraktive Möglichkeit Kosten im Rahmen zu halten, ist mit dem Architekten eine Regelung zu vereinbaren, die eine Prämie für Einsparungsvorschläge sowie die Einhaltung des Kostenrahmens zahlt.

Tipp 11.
Es ist empfehlenswert, den Baufortschritt regelmäßig zu verfolgen, um somit eventuelle Änderungswünsche rechtzeitig einzubringen.

Tipp 12.
Eine Baubeschreibung sollte keine Fragen offen lassen. Sie gilt als Voraussetzung für einen Vertrag, ist zugleich Grundlage des Vertrages und sollte durch einen Zeitplan ergänzt werden. Viele Baubeschreibungen beinhalten nur undeutliche Angaben, die mitunter immer präzisiert werden sollten.

Tipp 13:
Mit Entscheidungen zugunsten eines Wandbaustoffs bzw. einer Wandkonstruktion muss der Bauherr Jahrzehnte lang leben. Hochwertige und solide verarbeitete Baustoffe für das Fundament, die Wände und das Dach zahlen sich aus. Wer hier spart, spart am falschen Punkt. Folgekosten können bei Fehlentscheidungen immens sein. Wirtschaftlichkeit, Instandhaltung und Wohnklima sind wichtige Aspekte, die stets berücksichtigt werden sollten.

Tipp 14:
Von Vorteil sind Baustoffsysteme. Hier sind Wandbaustoffe, Putze, Mörtel, Rollladenkästen, Stürze etc. exakt aufeinander abgestimmt. Der Verarbeiter wird auf der Baustelle eingewiesen. Bei diesem Termin ist es für den Bauherrn durchaus sinnvoll anwesend zu sein, um ggf. Fragen ansprechen zu können.

Tipp 15:
Besonderes Augenmerk gilt der Kontrolle der Verarbeitung. Nur eine Qualitätsausführung schließt Mängel wie Feuchtigkeitsschäden am Baukörper oder Wärmebrücken aus. Im Zweifelsfall kann ein Sachverständiger helfen, der zwar für den Moment Geld kostet, sich jedoch schnell bezahlt macht.

Tipp 16:
Mängel sind sofort schriftlich zu fixieren. Dies gilt ebenso für unplanmäßige Veränderungen während der Bauphase. Sie sind den Beteiligten schriftlich zuzustellen. Vorteilhaft ist ein Baustellenprotokoll, das vor Ort angefertigt wird und von allen relevanten Beteiligten unterschrieben wird.

Tipp 17:
Auch eine unsachgemäße Lagerung von Baustoffen und Bauteilen kann Schäden zur Folge haben und zu Zusatzkosten führen. Mauerkronen sollten generell abgedeckt werden. Putze und Mörtel sind regensicher zu lagern. Zudem sollte man möglichen Materialdiebstählen vorbeugen. Ein abschließbarer Raum im Rohbau macht Langfingern die Arbeit schwerer.

Tipp 18:
Luftdichtheit ist bei neuen Wohngebäuden unerlässlich. Dabei gilt es vor allem Wärmebrücken zu vermeiden, die zur Bildung von Tauwasser und somit zur Schimmelbildung führen können.

Tipp 19:
Behaglichkeit hat viel mit Raumklima zu tun. Speicherfähige Baustoffe sorgen im Winter für eine gute Dämmung gegen die Kälte, im Sommer für Kühle in den Räumen.

Tipp 20:
Die Installation der Haustechnik macht einen größeren Teil der Baukosten aus. Solide Qualität mit Gewährleistungsanspruch sollte Vorrang haben. Vor der Installation der Haustechnik sollte der spätere Bedarf geprüft werden.

Tipp 21:
Sonderwünsche wie Kamin, Wintergarten oder Sauna können häufig nicht sofort realisiert werden. Sinnvoll ist es jedoch die Anschlüsse bereits vorzubereiten. Das gleiche gilt, wenn das Dachgeschoß später einmal ausgebaut werden soll. Zu- und Ableitung für Heizung, Brauchwasser und Elektrik sollten mit berücksichtigt werden.

Tipp 22:
Viele Details zur Ausstattung können immer wieder leicht erneuert werden. Vorhandene Einrichtungsgegenstände erst einmal weiter zu verwenden ist durchaus vernünftig. Je nach tatsächlichen Baukosten nach Fertigstellung und der eigenen Finanzlage kann der Austausch Zug um Zug erfolgen.

Tipp 23:
Ist der Bauwunsch gereift, sollte ein Positionspapier über die verfügbaren Finanzen erstellt werden. Ein guter Rat eines Vertrauten oder eines Fachmanns kann hilfreich sein. Ein Vergleich der Kreditinstitute lohnt sich, denn jede Stelle nach dem Komma kann das Darlehn bereits einige tausend Euro billiger machen. Zu berücksichtigen sind auch Zwischenfinanzierungen sowie parallel laufende Mietzahlungen.

Tipp 24:
Eigenleistungen sind möglich. Dennoch sollte man sich selbst nicht überschätzen. In vielen Fällen ist es günstiger die Arbeiten vom Fachmann ausführen zu lassen, anstatt sich mit wesentlich größerem Zeitaufwand abzumühen. Zudem entfallen auf Eigenleistungen die Gewährleistungsansprüche. In manchen Gebieten verlangen die Kreditgeber zur Anerkennung der Leistungen als Eigenkapital sogar eine schriftliche Erklärung ? auch von Freunden und Verwandten, die als Helfer agieren sollen.

Tipp 25:
Bauhelfer aus dem Familien-, Freundes- oder Kollegenkreis müssen bei der Berufsgenossenschaft angemeldet und versichert werden. Sonst kann ein Unfall nicht nur die Freundschaft kosten, sondern auch zu erheblichen Schadenersatzforderungen führen.

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